Was macht eigentlich..?

Was macht eigentlich…Gotye ?

Vor 10 Jahren eroberte ein bis dato eher weniger bekannter Singer/Songwriter die weltweiten Charts. Die Rede ist von dem in Belgien geborenen Australier Wouter „Wally“ De Backer alias Gotye und seinem Nummer Eins-Hit Somebody that I used to know. Zusammen mit der Sängerin Kimbra singt Gotye darin über eine schmerzhafte Trennung und trifft mit dieser lebens-alltäglichen Thematik den Nerv eines gesamten Planeten. Wohl kaum jemand konnte sich damals diesem Ohrwurm entziehen, weshalb Gotye auch entsprechend ausgezeichnet wurde. Das mit dem Erfolgstitel ausgestattete Album Making Mirrors bescherte dem Künstler drei Grammys: Record of the Year, Best Pop Duo/Group Performance und Best Alternative Music Album. 

Allerdings ist dieses Album auch das Letzte, das von Gotye veröffentlicht wurde, sodass die Frage aufkommt: Was macht Gotye eigentlich heute ? Ist er überhaupt noch im Musikbusiness aktiv oder geht er mittlerweile sogar ganz anderen Leidenschaften nach.

Zur Enttäuschung seiner Fans verkündete De Backer 2014  dass es keine weitere Gotye-Musik mehr geben wird, allerdings bedeutet dies nicht, dass er in den vergangenen Jahren keine Musik gemacht hat. Im Gegenteil. Mit seiner 2002 gegründeten Band The Basics, in der er im Phil-Collins-Style Schlagzeug spielt und singt, veröffentlichte er nach Bekanntgabe des „Gotye-Ende“ zwei Studioalben. Zudem ist er auf Platten von Künstlern wie Bibio, Martin Johnson (Boys like Girls) oder Les Campbell vertreten.

Das wahrscheinlich bedeutendste Projekt von De Backer besteht in dem sog. Ondioline Orchestra, welches im Rahmen von zwei Tribut-Konzerten des französischen Elektronische-Musik-Pioniers Jean-Jacques Perrey auftrat. Das Ondioline ist ein elektronisches Keyboard, das Perrey bekannt machte.

Von Gotye kann zweifelsohne behauptet werden, dass er eine ganz einzigartige Einstellung zur Musik pflegt. Eine Einstellung, wie sie heutzutage, aber auch damals schon, immer seltener bei aktuellen Künstlern anzutreffen ist. Der Australier hätte mit Sicherheit einen deutlich größeren und vor allem längeren kommerziellen- sowie  finanziellen Erfolg aus seiner Solokarriere herausschlagen können, tat dies aber schlichtweg nicht. Die Antwort auf das „Warum?“ ist nämlich einzig und allein in De Backers Leidenschaft begründet, die sein musikalisches Schaffen motiviert. Er sieht sich eben nicht dazu verpflichtet Musik zu machen, nur weil bestimmte Menschen bestimmte Erwartungen an ihn haben. Auch Ruhm und Reichtum scheint der Singer/Songwriter nahezu überhaupt kein Interesse entgegenzubringen. So verzichtet er für das Musikvideo seines Welthits komplett auf die Pre-Roll-Ads auf YouTube. Mit den mittlerweile 1,6 Mrd. Klicks verabschiedet er sich damit von einer enormen Summe. Dieses Verhalten erklärt er gegenüber news.com.au wie folgt: „Ich bin nicht daran interessiert, meine Musik zu verkaufen. Das ist der Grund, warum ich keine Werbung auf meinem YouTube-Kanal schalte, was viele Leute heutzutage seltsam finden, aber das ist eine Entscheidung, die man treffen kann. Ich verhalte mich mit all meiner Musik so. Ich möchte meine Musik nicht für Produkte oder Werbung nutzen.”

Tatsächlich kursieren ab dem Jahr 2018 hin und wieder Gerüchte umher, welche die Hoffnung auf ein neues Gotye-Album nicht vollständig aussterben lassen, ob es jedoch wirklich jemals zu einer solchen Veröffentlichung kommt, bleibt zumindest äußerst ungewiss.

Alles in Allem kann sich die Musikwelt aber sehr glücklich über eine derartige Persönlichkeit mit einer fast schon romantischen Beziehung zur Musik schätzen. Was letztendlich bleibt, ist ein richtig guter Song, den uns keiner mehr nehmen kann, auch wenn Gotye vielleicht selbst mit der Zeit immer mehr zu „Somebody that we used to know“ wird.

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